D I E   S I E B E N  –   M A G I S C H   U N D   S Y M B O L B E L A D E N

Die Ziffer Sieben umgibt die Aura des Außergewöhnlichen. In der Astronomie und der Mythologie, in den Religionen, in Märchen sowie in der Literatur, der Mathematik und in anderen Zusammenhängen hat die Sieben oft eine besondere Bedeutung. In vielen Kulturen ist sie symbolbeladen wie keine andere Zahl, und im Laufe der überschaubaren Jahrhunderte gab es auch immer wieder ein Bestreben, die Sieben als Maßstab und Bezugspunkt zu begreifen. Waren es in der Vorzeit die sieben „Wandelsterne“, die frühzeitig mit bloßem Auge erkennbaren Himmelskörper Sonne und Mond sowie die fünf nächstliegenden Planeten, an die recht willkürlich ein Mythos geknüpft wurde, entdeckten in der Neuzeit die Primzahlenforschung und die Tiefenpsychologie die Sieben als außergewöhnliche Zahl. Der Bedeutungsgehalt der Sieben kann angesichts der Vielzahl an Redewendungen, Sprichwörtern,

Bauernweisheiten, Märchen und religiösen wie magischen Hypothesen rund um die Zahl Sieben als Weltkulturgut gelten.

Die Ausstellung greift sowohl vertraute Assoziationen als auch frei gewählte Bezüge zum Titel auf, und sie erhebt als Kunstprojekt nicht den Anspruch, den Zauber und die Magie der Zahl Sieben auf eigene Art zu deuten – die Besonderheit der Zahl dient lediglich als Leitfaden und Impulsgeber. Die einzelnen Arbeiten sind jeweils Ausdruck der persönlichen künstlerischen Intention und Handschrift, ob als Malerei oder Grafik, als Video- oder Fotoarbeit, als skulpturales Werk, Textcollage oder Installation.                                            J. F.

 

Aus dem Vorwort des Katalogs zur Ausstellung SIEBEN der Künstlergruppe SEVEN, die im Künstlerforum Bonn vom 8. bis 29. Oktober 2017 zu sehen war.



F O R M E N V I E L F A L T   U N D   R H Y T H M I S C H E   K R A F T

Die durch zahlreiche Steinbrüche sichtbar gewordene vulkanische Gesteinsstruktur des Siebengebirges beeindruckt durch ihre Formenvielfalt und unterschiedliche Oberflächenstruktur. Markant sind vor allem die oft exakt geometrisch geformten Blaubasaltsäulen in ihrer seriellen

Reihung an deneinzelnen Fundorten.  Der Zyklus „Mein Siebengebirge“ zeigt grafische Kompositionen, die vom geome­trischen Formenreichtum und der rhyth­mischen Kraft der geologischen Formationen inspiriert sind.


U M W E L T R Ä U M E .   A K T I O N S M O M E N T E .

Aus rund 15.000 Wörtern mit sieben Buchstaben aus dem deutschen Sprachraum habe ich 343 (sieben x sieben x sieben) ausgewählt und sie 49 (sieben x sieben) Textblöcken à sieben Wörtern zugeordnet. Dieser formalen Strenge in der Auswahl einer bestimmten Wortgattung stehen zahlenmäßig nicht erfassbare Möglichkeiten von Bedeutungszusammen-hängen gegenüber.

 

Je sieben Wörter bilden eine Textzeile, sieben Textzeilen wiederum ergeben einen Siebenzeiler, je sieben Siebenzeiler sind auf sieben typografischen Bildkompositionen angeordnet – eine spielerische Hommage an die Zahl Sieben, die der Titel dieser Ausstellung  war.

Die Textzeilen haben den Charakter kurzer Nachrichtentexte oder Headlines. Sie sind in teils banalen und trivialen, teils auch komischen oder auch absurden Zusammenhängen miteinander verbunden. Der formalen Strenge in der Auswahl einer bestimmten Wortgattung steht eine nicht erfassbare Zahl von Möglichkeiten gegenüber, den Sinn der Wortcollagen zu deuten oder Bedeutungszusammenhänge zu vermuten.